Die Patientenedukation mit
Schulung, Anleitung und Beratung ist zunehmend Thema nationaler Publikationen
und wesentlicher Inhalt von Pflegemaßnahmen. Unter Pflegenden setzt sich
vermehrt ein Bewusstsein für den hohen Anteil an lehrenden und vermittelnden
Aufgaben in der Interaktion mit
Patient-/innen,
Klient-/innen oder Bewohner-/innen und deren Angehörigen durch. Im Pflegealltag
wird deutlich, dass Patienten ohne das erforderliche Wissen und dem Verständnis
für Zusammenhänge nicht in der Lage sind, selbstständig mit ihren gesundheits-
und krankheitsbedingten
Situationen
umzugehen. Dieses Verständnis ist nicht allein durch Information und Aufklärung
zu erreichen. Daher begeben sich Pflegende in die Rolle von Lehrenden, um
Kompetenzen zur Bewältigung dieser Situationen zu vermitteln. In diesem
Zusammenhang stellt sich direkt die Frage, in welcher Form und in welchem
Setting Inhalte vermittelt werden sollten, damit Patient-/innen sie in ihren
Alltag integrieren können. In den vergangenen Jahren gerieten
Patientenschulungsprogramme vermehrt in die Kritik von Experten. Dabei sind nicht
nur bzw. weniger die Programme der Pflegenden gemeint (weil bislang kaum
erforscht), sondern vielmehr alle Programme der verschiedenen Berufsgruppen im
Gesundheitswesen beinhaltet. Zwei wesentliche Ursachen können dafür
verantwortlich gemacht werden:
·
Es wurde
eine mangelnde Patientenorientierung im deutschen Gesundheitssystem erkannt.
·
Die
Schulungsprogramme wurden ihren Erwartungen nicht gerecht und erreichten ihre Zielgruppe
(z.B. Patient-/innen) nur unzureichend.
Das Seminar beschäftigte sich
mit den beiden Kritikpunkten insbesondere aus einer pflegerischen Perspektive.
Die Seminartage mit Schwerpunktthemen beinhalteten einen ausführlichen Input
relevanter Hintergrundinformationen und Konzeptionen sowie einen Workshop zur
Bearbeitung von praxisspezifischen und pädagogisch-didaktischen Fragestellungen
zur strukturierten Patientenschulung, -anleitung und Beratung. Die Expertisen
der Teilnehmer-/innen hatten im Workshop Thesen und Konzeptideen kritisch hinterfragt
sowie praktische Handreichungen (weiter-)entwickelt.
1.
Seminartag·
Patientenedukation
im Kontext der Gesellschaft, des Gesundheitswesens und der Institution
·
Nutzen und
Kritik der Patientenedukation
·
Patientenedukation
aus der pflegerischen Perspektive
·
Anspruch,
Analyse der Ist-Situation, Entwicklungen und Ansätze
·
Aufgaben
und Kompetenzanforderungen
·
·
Modelle der
Bezugswissenschaften im Kontext der Lehr-/Lerninteraktion
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Modelle
der Krankheitsbewältigung, Adhärenz, Motivation
·
Theoretische
Strukturelemente einer theoriebasierten Schulungskonzeption
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Modelle und
Konzepte der Pflege, Pädagogik, Kommunikationswissenschaften
·
Rahmenbedingungen als Voraussetzungen zur
Implementierung von strukturierten Patientenedukationsprogrammen
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Gesundheitspolitische
Voraussetzungen
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Berufspolitische
und (Pflege-)bildungstheoretische Voraussetzungen
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Organisationale
Voraussetzungen (klinisches Setting)
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