Pflegeforschung „alltagsnah“: Fallstudienseminar 04. bis 06.05.05 in Tieringen/Meßstetten

Pflegewissenschaft ist die Wissenschaft vom Phänomen „pflegen“ und beschäftigt sich mit der Sammlung, Ordnung, Entwicklung, Überprüfung und Weitergabe pflegerischen Wissens. Die Praxis bietet eine Fülle von pflegerischen Wissensbeständen, aber wie können diese möglichst aussagekräftig beschrieben und für die Forschung genutzt werden?
Ziel dieses Seminars war es, die Teilnehmer/innen zu befähigen, die Methode der „Einzelfallstudien“ im Unterricht selbst anzuwenden.
Zu Beginn wurden eine Einführung in die Pflegewissenschaft und Forschung gegeben. Die Methodik zur Durchführung von Einzelfallstudien die durch Pflegepraktiker/innen in der täglichen klinischen Praxis angewendet werden kann wurde uns vermittelt. Ebenso eine Systematik um das Vorgehen bei der Durchführung aufzuzeigen, aber auch zur Beurteilung von Fallstudien in Veröffentlichungen aller Art.

Anhand vieler Beispiele wurden echte Fallstudien identifiziert, unterscheiden von reinen pflegerischen Verlaufsbeschreibungen und so die Teilnehmerinnen & Teilnehmer für die Vorgehensweise echter Fallarbeit/Fallanalysen sensibilisiert. Dabei werden die Methoden der Forschung eingesetzt, um anhand der strukturierten Beobachtung eines „Falles“ systematisch Erkenntnisse für die Pflege zu gewinnen.

Auf der Basis existierender Pflegeverläufe übten die Teilnehmer/innen die Erstellung von Fallstudien indem jeder "seinen Fall" in einem Pflegeverlauf schriftlich festhielt. Gemeinsam im Plenum wurden die Fälle vorgestellt, gemeinsam analysiert und anhand der systematischen Vorgehensweise aufgearbeitet.

 

Die Analyse erlaubte es uns auch jeweils am Ende eine Bestimmung der geeigneten Pflegetheorie für diesen Fall vorzunehmen. Es war sehr spannend anhand der Vielzahl der vorgestellten Beispiele die Bandbreite der pflegerischen Vorgehensweisen zu diskutieren und zu bewerten. Auch war es bedeutend für uns zu sehen, wie schnell Pflegeverläufe in "falsche Bahnen" gelangen wenn unüberlegt und nach einem einzigen Handlungsmuster vorgegangen wird.

 

Berufliche Kurzbiographie, Arbeitsschwerpunkte

Eva-Maria Panfil M.A.

Professorin für Klinische Pflegewissenschaft, Fachhochschule Frankfurt am Main

Geschäftsführerin des Hessischen Instituts für Pflegeforschung HessIP

Gastprofessorin Klinische Pflegeforschung Universität Witten/Herdecke

Berufliche Kurzbiographie

Krankenschwester mit Praxis in Innere Medizin, Gynäkologie, Herzchirurgie, Neurochirurgie, Urologie, Onkologie, Allgemeinstation, Intensiv, Rehabilitation

Magister Artium in Soziologie, Erziehungswissenschaft und Betriebswirtschaft

Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Klinische Pflegeforschung Universität Witten/Herdecke

Teilnehmerin des Europäischen Doctoral Programme in Nursing Science

Mitarbeit an der Erstellung des Pflegerischen Expertenstandards Dekubitusprophylaxe in der Pflege

Mitgliedschaften

U.a. Deutsche Netzwerk Evidenzbasierte Medizin, Cochrane Wound Group, Deutsche Gesellschaft für Wundheilung und Wundbehandlung, Deutsche Netzwerk Selbstpflegedefizittheorie e.V. , Fachgruppe Pflege der BQS

Arbeitsschwerpunkte

Chronische Wunden, Assessmentinstrumente, Klinische Pflegeforschung, Evidence-based Nursing, Durchführung klinischer Studien

Publikationen

vor allem zu den Themen Pflegeforschung, Chronische Wunden und Assessmentinstrumente